Newsletter abonnieren

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Newsletter Anmeldung

Geht Kirschlorbeer in Ordnung – oder nicht?

Am Kirschlorbeer scheiden sich die Geister. Einerseits schätzen ihn Gartenbesitzer als immergrünen und schnellwüchsigen Sichtschutz, andererseits lehnen Gegner ihn als nicht heimischen und giftigen Billigbusch ab. B_I galabau spricht mit Nadja Krause, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie, über die umstrittene Heckenpflanze.

Kirschlorbeer: Fluch oder Segen?
Der immergrüne Kirschlorbeer ist als Hecke bei vielen Haus- und Gartenbesitzern beliebt. | Foto: Anke Müller/LWK Niedersachsen

Ist Kirschlorbeer tatsächlich so schlecht wie sein Ruf – was spricht für oder gegen die Pflanze?

Nadja Krause: Nicht von der Hand zu weisen ist, dass Kirschlorbeer bei uns nicht heimisch ist und durchaus ein invasives Potenzial hat, wenn wir nicht beherzt zurückschneiden oder Abfälle unsachgemäß entsorgen, zum Beispiel im Wald. Nicht heimisch bedeutet, dass unsere heimischen Insekten nicht an diese Pflanze angepasst sind. Die Honigbiene geht problemlos sowohl an seine weißen Blüten als auch an die Nektarien, das sind spezielle Nektardrüsen auf dem Blatt, und sammeln dort den Nektar. Generalistische Wildbienen und Hummeln tummeln sich auch dort. Schwieriger ist es für spezialisierte Wildbienen. Die Spezialisierung der Wildbienen auf eine bestimmte Pflanzengattung oder sogar Pflanzenart, betrifft die Aufzucht der Brut. Dort gibt es meist eine Spezialisierung auf Pollen bestimmter Pflanzen. Ohne die Pflanzen kein Pollen und damit kein Nachwuchs. Und für diese Wildbienen hat Kirschlorbeer nichts zu bieten.

Prinzipiell ist eine Hecke, auch aus Kirschlorbeer, aus meiner Sicht immer noch sinnvoller als Steingabionen oder Stabmattenzäune mit eingewebten Plastikelementen. Die Pflanzen produzieren immerhin Sauerstoff, binden Kohlendioxid und Feinstaub, erzeugen Verdunstungskälte und bieten durchaus Lebensraum für Vögel, Käfer und Spinnen.

Wenn im Garten bereits Kirschlorbeer wächst, sollte dieser entfernt werden?

Krause: Ich bin da sehr zwiegespalten. Ist eine Umgestaltung des Gartens geplant oder habe ich zum Beispiel die für mich „falsche“ Sorte ausgewählt, weil das Wachstum zu stark ist und ich mit dem Schnitt kaum hinterherkomme, dann, ja, kann weg. Wenn die Pflanzung ansonsten im Garten funktioniert und mit den Standortbedingungen gut zurechtkommt, eher nein. Die Frage ist ja hierbei, welche Alternative soll gepflanzt werden? Ein Austausch gegen Thuja macht da keinen Sinn. Dann müsste tatsächlich auf den ökologischen Wert geschaut werden.

Nadja Krause, Diplom-Ingenieurin Gartenbau (FH) und Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. | Foto: Foto Sander
Nadja Krause, Diplom-Ingenieurin Gartenbau (FH) und Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. | Foto: Foto Sander

Welche Alternativen gibt es?

Krause: Immergrün und heimisch ist die Eibe (Taxus baccata). Sie ist sehr gut schnittverträglich und sehr langlebig. Wächst aber recht langsam und die Ausgangspflanzen für eine Hecke sind recht teuer. Andere Koniferen wie Lebensbaum (Thuja) oder Scheinzypressen (Chamaecyparis) werden ebenfalls blickdicht und sind einigermaßen schnittverträglich – aber Achtung, kein Rückschnitt ins alte Holz. Sie litten aber in den zurückliegenden Jahren immer stärker unter Trockenheit (Thuja) oder Staunässe (Chamaecyparis). Zudem sind sie ebenfalls nicht heimisch, so dass ihr ökologischer Wert ebenfalls diskutiert werden kann. Andere immergrüne Sträucher wie die rotlaubige Glanzmispel (Photinia) oder die Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) ähneln dem Kirschlorbeer äußerlich und sind vermutlich aus ökologischer Sicht nicht unbedingt höher zu bewerten, bilden also in dieser Hinsicht keine echte Alternative.

Weitere immergrüne Sträucher, die sich als Heckenpflanzen sehr gut eignen, sind Sorten der Stechpalme (Ilex x meserveae) oder die Frühlingsduftblüte (Osmanthus burkwoodii). Beide sind aber ebenfalls nicht heimisch bei uns. Buchsbaum (Buxus) ist zwar von seinem Wachstum her ebenfalls gut geeignet, leidet aber seit einigen Jahren so stark unter pilzlichem Blattfall und unter den Raupen des Buchsbaumzünslers, dass die meisten Gartenbesitzer/-innen sich scheuen, ihn zu pflanzen.

Eine bewährte Heckenpflanzen, die schnittverträglich und heimisch ist: die Hainbuche. | Foto: Anke Müller/LWK Niedersachsen
Eine bewährte Heckenpflanzen, die schnittverträglich und heimisch ist: die Hainbuche. | Foto: Anke Müller/LWK Niedersachsen
Als Laubgehölze bieten sich die Hainbuche (Carpinus) oder die Rotbuche (Fagus) an. Auch diese beiden sind bewährte Heckenpflanzen, die schnittverträglich und heimisch sind. Allerdings verliert die Hainbuche im Winter ihr Laub und ist dann nicht mehr blickdicht. Die Rotbuche behält meist das tote, braue Laub bis ins Frühjahr hinein. Eine heimische, ökologisch besonders wertvolle Pflanze ist der Weißdorn (Crataegus monogyna). Wer Weißdornhecken kennt, weiß allerdings, dass sie im städtischen Raum sehr empfindlich gegen Blattfallkrankheiten, Gespinstmotten und andere Organismen sind, so dass sie oft schon im Sommer ihr Laub abwerfen, kränkeln und keinen Blickschutz mehr bieten. Und der Schnitt einer solchen dornigen Hecke ist auch nicht jedermanns Sache.

Was ist mit Liguster?

Krause: Gut zu empfehlen ist auch der heimische Liguster (Ligustrum vulgare). Hier besonders die wintergrüne Sorte „Atrovirens“. Dann sollte man für den Rückschnitt bis nach der Blüte im Juni oder Juli warten. Besonders Schmetterlinge und Schwebfliegen fliegen im wahrsten Sinn des Wortes auf ihn. Zudem ist er eine Raupenfutterpflanze. Andere laubabwerfende Heckenpflanzen, die zwar ebenfalls dornig, aber deutlich robuster sind, sind zum Beispiel Berberitzen (Berberis) oder Pflaumenblättriger Weißdorn (Crataegus prunifolia).

Gedeiht die grüne Branche?

Aktuelle Nachrichten zu den Entwicklungen im GaLa-Bau erfahren Sie in unserem Newsletter.

Hier abonnieren!

Ich akzeptiere die Datenschutz-Bestimmungen.
Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Wer genügend Platz hat, kann auch aus heimischen Sträuchern wie Schlehe (Prunus spinosa), Kornelkirsche (Cornus mas), schwarzem Holunder (Sambucus nigra), roter Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), gewöhnlichem Schneeball (Viburnum opulus), rotem Hartriegel (Cornus sanguinea) oder verschiedenen Wildrosen (R. villosa, R. gallica, R. canina, R. pimpinellifolia, R. glauca u.a.) eine Hecke anlegen.

Sind Sie für ein Verbot von Kirschlorbeer wie in der Schweiz?

Krause: Ich bin kein Freund von Verboten, sondern dafür, Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer aufzuklären und ihnen mündige Entscheidungen zuzutrauen.

Lesen Sie auch:

Kirschlorbeer: Fluch oder Segen?: Weitere Bilder

Statt Steingabionen lieber eine Hecke, selbst wenn es sich dabei um Kirschlorbeer handelt, sagt Nadja Krause. | Foto: Nadja Krause
+ 3 Bilder

Neueste Beiträge:

Weitere Beiträge

1
2
3

Für welche Leistungsart interessieren Sie sich?

Bauleistungen
Bauleistungen

Bau­leistungen

Dienstleistungen
Dienstleistungen

Dienst­leistungen

Lieferleistungen
Lieferleistungen

Liefer­leistungen

Wo suchen Sie Aufträge?

Ausschreibungs-Radar
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Jetzt zum Newsletter anmelden:

Werden Sie Experte im Garten- und Landschaftsbau. Plus: Kommunaltechnik.