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EU-Schwellenwerte bei Vergabeverfahren

Ob ein Auftrag europaweit oder national ausgeschrieben wird, bestimmen die Schwellenwerte. Aus ihnen ergeben sich die zwei Kategorien Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich. Die Schwellenwerte werden alle zwei Jahre von der EU-Kommission angepasst.

Schwellenwerte in Vergabeverfahren regeln, wann ein öffentlicher Auftrag national oder europaweit ausgeschrieben werden muss.
Schwellenwerte in Vergabeverfahren regeln, wann ein öffentlicher Auftrag national oder europaweit ausgeschrieben werden muss.

„Von der Höhe des geschätzten Auftragswertes hängt es ab, ob der Auftraggeber eine Ausschreibung als EU-Verfahren oder als nationales Vergabeverfahren durchführen muss.”

- Melanie Würtz, Autorin für Vergaberecht, über den Zusammenhang zwischen Schwellenwert und Vergabeart

EU-Schwellenwerte im Vergaberecht: Wann muss europaweit ausgeschrieben werden?

Die EU-Schwellenwerte im Vergaberecht entscheiden darüber, ob ein öffentlicher Auftrag europaweit oder nur national ausgeschrieben werden muss. Sie bilden die Grundlage für die Einteilung in den sogenannten Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich.

Die Schwellenwerte werden alle zwei Jahre von der EU-Kommission angepasst.

Was sind Schwellenwerte im Vergaberecht?

Schwellenwerte sind finanzielle Grenzwerte, die festlegen, ab wann ein Vergabeverfahren europaweit durchgeführt werden muss. Maßgeblich ist der geschätzte Auftragswert ohne Umsatzsteuer.

So wird der Auftragswert berechnet:

Grundlage ist der voraussichtliche Gesamtwert der Leistung

Bei Aufteilung in Lose:

  • Alle Lose werden zusammengerechnet Bei Lieferaufträgen:
  • nur gleichartige Lieferungen bei Lieferaufträgen

Maßgeblicher Zeitpunkt für die Schätzung des Auftragswerts ist gem. Vergaberecht der Tag, an dem die Bekanntmachung zur Vergabe abgesendet oder das Vergabeverfahren auf andere Weise eingeleitet wird. Überschreitet der geschätzte Auftragswert den derzeitig festgelegten Schwellenwert, muss die Vergabe europaweit ausgeschrieben werden.

Aktuelle EU-Schwellenwerte 2026/2027

  • Bauaufträge: 5.404.000 EUR
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge: 216.000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge von obersten und oberen Bundesbehörden: 140.000 Euro

EU-Schwellenwerte 2024/25 zum Vergleich

  • Bauaufträge: 5.538 000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge: 221.000 Euro
  • Liefer- und Dienstleistungsaufträge von obersten und oberen Bundesbehörden: 143.000 Euro

➨ Mehr zur Erhöhung der EU-Schwellenwerte zum 1.1.2026

Oberhalb dieser Werte muss eine Ausschreibung europaweit erfolgen, darunter wird ein Auftrag national ausgeschrieben.

Oberschwellenbereich vs. Unterschwellenbereich: Kurz zusammengefasst

Oberhalb der Schwellenwerte

  • europaweite Ausschreibung verpflichtend

Unterhalb der Schwellenwerte

  • nationale Vergabe ausreichend

Die Unterscheidung zwischen Ober- und Unterschwellenbereich hat erhebliche Auswirkungen auf:

  • Verfahrensarten
  • Transparenzpflichten
  • Veröffentlichung
  • Rechtsschutz

Häufig unterscheiden sich die Regelungen des Vergaberechts zwischen den beiden Segmenten für öffentliche Aufträge, zum Beispiel bei den Pflichten zur freien Bereitstellung von Vergabeunterlagen.

Schwellenwerte und Rechtsschutz im Vergabeverfahren

Die Schwellenwerte entscheiden auch darüber, wo ein Bieter Rechtsschutz finden kann:

  • Bei europaweiten Vergabeverfahren haben Bieter einen Anspruch darauf, dass der öffentliche Auftraggeber die Bestimmungen über das Vergabeverfahren einhält. Daher können sie, solange der Zuschlag durch die Vergabestelle noch nicht erteilt ist, bei der Vergabekammer einen schriftlichen Antrag auf Nachprüfung des betreffenden Vergabeverfahrens stellen.
  • Bei nationalen Verfahren, also unterhalb der Schwellenwerte, muss der Bieter grundsätzlich Rechtsschutz vor den Zivilgerichten suchen.

Kurz zusammengefasst: Rechtsschutz im Vergabeverfahren

Oberhalb der Schwellenwerte:

  • Nachprüfung durch die Vergabekammer
  • Voraussetzung: Zuschlag noch nicht erteilt

Unterhalb der Schwellenwerte:

  • Rechtsschutz über die Zivilgerichte

➨ Welche Verfahrensarten Oberschwellenbereich und im Unterschellenbereich angewandt werden, erfahren Sie in unseren Blogposts zu europweiten Vergabeverfahren und nationalen Vergabeverfahren.

Häufige Fragen (FAQ)

Wann ist eine europaweite Ausschreibung Pflicht?

  • Sobald der geschätzte Auftragswert den EU-Schwellenwert überschreitet.

Werden Lose einzeln betrachtet?

  • Nein, sie werden grundsätzlich zusammengerechnet.

Warum sind Schwellenwerte wichtig?

  • Sie bestimmen Verfahren, Transparenz und Rechtsschutz.

Fazit

Die EU-Schwellenwerte im Vergaberecht sind zentral für die Wahl des richtigen Vergabeverfahrens. Eine korrekte Schätzung des Auftragswerts entscheidet darüber, ob nationale oder europaweite Regeln gelten.

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