Experten geben Tipps für die Bewässerung im Garten
Jeder Mensch in Deutschland nutzt mehr als 120 Liter Wasser pro Tag. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist jedoch ein sparsamer Umgang mit der wertvollen Ressource angesagt. Wie das im Garten funktioniert, beleuchten Fachleute der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

Der Klimawandel zeigt sich in Form von Rekordhitze, wenig oder keinen Niederschlägen sowie Dürre auf der einen Seite und auf der anderen mit Starkregen und Hochwasser. Daher ist ein bedachter Umgang mit Wasser angesagt. Ein sinnvolles Management im Garten trägt sowohl zum Wassersparen als auch zum Erhalt der Biodiversität bei. So lässt sich in Zisternen Regenwasser in größeren Mengen das ganze Jahr über sammeln und speichern.
Sobald es die Witterung im Spätwinter und Frühjahr zulässt, sollten Regentonnen aufgestellt werden, raten die LWG-Experten. Je mehr, desto besser. Dieser Schritt zahlt sich in regenarmen Zeiten aus. Sind frostige Temperaturen angesagt, müssen die Behälter ausgeleert werden, das Wasser lässt sich prima unter Hecken, Sträuchern und Bäumen verteilen. Gefüllte Gießkannen und Kanister lagern frostfrei im Keller und werden zum Gießen von Zimmer- und Kübelpflanzen genutzt.
Wasser und Boden
Auf sandigen, humusarmen und flachgründigen Böden sind die Auswirkungen von Hitze- und Trockenphasen laut LWG besonders gravierend. Eine Zufuhr von organischer Substanz – Gründüngung, Kompost, Mist oder Laub – erhöht den Humusgehalt des Bodens. Er sorgt für eine gute Bodenstruktur, erhöht die Aufnahme des Regen- und Gießwassers sowie die Speicherfähigkeit des Bodens.
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Eine Bedeckung des Bodens mit organischen Materialien wie etwa angewelktem Rasenschnitt, Gemüseblättern, gehäckselten Grünabfällen oder Stroh – jeweils in dünnen Schichten zwischen den Pflanzen – hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Zudem unterdrückt oder verhindert eine solche Mulchschicht das Wachstum von Beikräutern, die eine zusätzliche Wasserkonkurrenz sind. Denselben Effekt hat das Mulchen bewuchsfreier Baumscheiben um Bäume und Sträucher.
Zudem verkrustet die Oberfläche nicht, sodass vor allem starke Regenfälle in den offenporig gehaltenen Boden besser und ohne Erosion versickern können. Ein flachgründiges Hacken des Bodens unterbricht an der Oberfläche die Abgabe von Feuchtigkeit durch Kapillare (feine Bodenröhrchen). Die somit reduzierte Verdunstung erspare etwa zwei Gießvorgänge, rechnen die LWG-Fachleute vor.
Wasser und Pflanzenauswahl

Rasen hat einen hohen Wasserbedarf und müsste regelmäßig durchdringend gegossen werden, so die Experten. Die Verkleinerung der Rasenfläche oder das Zulassen von robusten Kräutern wie Klee oder Gänseblümchen ist wassersparend. Blumenwiesen und kräuterreiche, extensive, weniger gemähte Flächen benötigen im Gegensatz zu intensiven Rasenflächen keine Zusatzbewässerung im Sommer. Nicht zu begehende Flächen lassen sich mit geeigneten Bodendeckern bepflanzen. Hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen besitzen einen geringen Wasserbedarf. Sie tragen somit erheblich zum Wassersparen bei. In Staudenpflanzungen lassen sie sich gut integrieren. Beispiele sind rhizom- und knollenbildende Pflanzen sowie Arten mit silbrig-grauem oder kleinblättrigem oder gefiedertem Laub, befilzter Blattoberfläche und dicker Epidermis.
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Intelligentes Gießen
„Gießen Sie weniger oft, dafür aber durchdringend“, sagen die LWG-Fachleute. Bei einem schonenden Gießdurchgang sollten es bei Gemüse schon etwa 20 bis 25 Liter je Quadratmeter sein. Das durchfeuchtet den Boden auch bis zu 20 Zentimeter tief. Dann reicht es oft, nur jeden dritten Tag zu gießen. Während Neupflanzungen von Stauden und Gehölzen auch zwei- bis dreimal in der Woche Wasser benötigen, können eingewachsene Pflanzen alle ein bis zwei Wochen durchdringend gewässert werden. Es sollte ein weicher Wasserstrahl sein, damit der Boden nicht verschlämmt, weggewaschen wird oder schließlich verkrustet.
Gießen sollte man laut LWG möglichst in den Morgenstunden – und dann direkt an die Wurzeln, nicht auf die Blätter. So nehmen Boden und Pflanze das Wasser gut auf und Pilzkrankheiten lassen sich vermeiden. Wasser aus der Leitung nur im Notfall, sagen die Experten. Es enthält oft zu viel Kalk. Für Tomaten, Zucchini, Gurken und andere einzelnstehende Fruchtgemüse sowie Neupflanzungen von Stauden und Gehölzen eignen sich eingegrabene Töpfe, Pflanzmulden oder -ringe. Dann kann das Wasser, auch größere Mengen, langsam und tiefer in den Boden eindringen, ohne die Erde wegzuschwemmen.
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Quelle: LWG
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