Baugewerbe gegen Reform des Vergaberechts
Noch bevor feststeht, wie die Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes in die Infrastruktur fließen soll, gibt es Streit um die Auftragsvergabe. In der Diskussion um schnellere Vergabeverfahren und mögliche Reformen des Vergaberechts stellen sich der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und die Bundesarchitektenkammer (BAK) gegen Forderungen nach mehr Flexibilität.

Kritik an nationalem Alleingang bei der Reform
Zugleich sprechen sich BAK und ZDB entschieden gegen einen nationalen Reformvorstoß zum aktuellen Zeitpunkt aus. Auf EU-Ebene laufe bereits die Überarbeitung der Vergaberichtlinien. Eine parallele Anpassung der nationalen Regelungen würde aus Sicht der Verbände lediglich neue Unsicherheiten schaffen. Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des ZDB, verweist auf die wirtschaftliche Schieflage vieler mittelständischer Tiefbauunternehmen, die in kommunalen Projekten aktiv sind: „Noch größere Vergabepakete oder ÖPP-Projekte würden den Mittelstand weiter ausschließen.“ Der Wettbewerb müsse breit aufgestellt bleiben, um sowohl die Umsetzung zu beschleunigen als auch Steuermittel effizient einzusetzen.
Mittelstandsfreundliche Vergabe als Rückgrat der Bauwirtschaft
Rund 200.000 Architektinnen, Ingenieure und Stadtplaner in Deutschland seien auf eine faire Vergabepraxis angewiesen – ebenso wie die vielen kleinen und mittleren Betriebe im Baugewerbe und Handwerk. Eine Abkehr von der Losvergabe würde diese Akteure schwächen und könnte die angestrebten Bauoffensiven konterkarieren, so die gemeinsame Position von BAK und ZDB.
Auch Bundesingenieurkammer für losweise Vergabe
In Deutschland werde nur kosteneffizient und schnell gebaut werden können, wenn die losweise Vergabe erhalten und damit die kleinen und mittelständischen Strukturen des Bausektors blieben, mahnt die Bundesingenieurkammer (BIngK). Eine Reduzierung auf nur wenige Marktteilnehmer würde das Bauen für Auftraggeber verteuern. Präsident Heinrich Bökamp appellierte an die Baubranche, geschlossen zu agieren: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten und uns auf die relevanten Probleme wie ineffiziente Genehmigungsverfahren, unzureichende Digitalisierung von Prozessen und den Fachkräftemangel konzentrieren.“
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