Startup-Beschaffungsindex 2026: Chancen bei der öffentlichen Vergabe
Der aktualisierte Startup-Beschaffungsindex 2026 beleuchtet die Beteiligung junger Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen in Deutschland für die Jahre 2024 und 2025. Eine umfassende Analyse von über 32.000 Start-ups zeigt: Bei Vergabeverfahren können Gründer durchaus mit etablierten Marktteilnehmern mithalten.
Wie viele öffentliche Aufträge wurden in den Jahren 2024 und 2025 an Startups vergeben? Diese Frage geht der Startup-Beschaffungsindex 2026 nach. Die Analyse basiert auf dem Abgleich von über 32.000 Startups mit den Vergabedaten des Datenservice Öffentlicher Einkauf.
Methodik und Datenerhebung
Um fundierte Aussagen über die öffentliche Beschaffung treffen zu können, wurde ein umfangreicher Datenabgleich vorgenommen. Daran waren maßgeblich der Staatup e.V. sowie die Universität der Bundeswehr München beteiligt.
- Untersuchte Start-ups: 32.287 gelistete Unternehmen (Datenquelle: startupdetector.de)
- Datenquelle der Vergaben: Datenservice Öffentlicher Einkauf
- Untersuchungsumfang: Ober- und Unterschwellenvergaben, Verfahrensteilnahmen sowie vergebene Aufträge
- Untersuchungszeitraum: 2024 und 2025
Kernergebnisse: Branchen und Erfolgsquoten
Die Auswertung liefert konkrete Erkenntnisse darüber, in welchen Bereichen Start-ups bei der öffentlichen Beschaffung besonders punkten. Es zeigt sich deutlich, dass die Erfolgschancen im Verhältnis zur reinen Teilnahmequote auf einem ähnlichen Niveau liegen wie bei großen, bereits etablierten Unternehmen.
-
Top-Branchen: Die höchste Präsenz zeigen junge, innovative Unternehmen in der IT-Software-Branche, bei Industriellen Erzeugnissen und Chemie sowie im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E).
-
Wettbewerblicher Dialog: Diese Verfahrensart ist für Start-ups am besten geeignet und verzeichnete 2025 mit bis zu 8,11 % die höchste Beteiligungsquote, da hier Raum für den Austausch über innovative Ansätze besteht.
-
Verhandlungsverfahren: Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb bilden die zweitwichtigste Verfahrensart für junge Unternehmen.
Start-ups vs. Etablierte
Die neue Auswertung zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der generellen Wettbewerbsfähigkeit junger Firmen und ihrer tatsächlichen Marktdurchdringung bei öffentlichen Aufträgen.
- Auftragsvergaben 2024: 87 Aufträge an Start-ups gegenüber 12.648 an etablierte Unternehmen.
Auftragsvergaben 2025: 105 Aufträge an Start-ups gegenüber 14.232 an etablierte Unternehmen.
Verfahrensteilnahmen: Insgesamt beteiligten sich Start-ups im Jahr 2024 an 781 Verfahren, 2025 sank diese Zahl leicht auf 704 Teilnahmen.
Erfolgsquote: Prozentual gesehen (Zuschlag pro Teilnahme) sind Start-ups ähnlich erfolgreich wie Großkonzerne, auch wenn etablierte Firmen in absoluten Zahlen weit über 90 % der Aufträge erhalten.
Herausforderungen bei der Datenbasis
Trotz der richtungsweisenden Ergebnisse weist der Index auch im Jahr 2026 noch methodische Unschärfen auf. Diese datenbedingten Einschränkungen müssen bei der Interpretation der Auswertung berücksichtigt werden.
-
Volumen-Ungenauigkeit: Die Eintragungen der tatsächlichen Auftragsvolumina in den Datenbanken weisen zum Teil Ungenauigkeiten auf.
-
Konkurrenz-Intransparenz: Es lässt sich nicht exakt nachvollziehen, ob ein Start-up im Vergabeverfahren gegen ein anderes Start-up oder gegen ein etabliertes Unternehmen verloren hat.
Quelle: KOINNO | B_I MEDIEN
Sie suchen Aufträge für Ihre Firma?
Finden Sie jetzt Aufträge in ganz Deutschland.



