Öffentliche Ausschreibung in Cottbus
Umweltbaubegleitung für Tagebau und Zuwegung in Schlunkendorf
Abruf der Vergabeunterlagen unter: bi-medien.de/text
Übersicht
Verfahrensart
Interessenbekundungsverfahren
Art der Vergabe
National
Art der Leistung
Dienstleistung
Frist
05.10.2026
Zeitraum der Ausführung
Oktober 2026–April 2027
Auftraggeber
Ausführungsort
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Leistungsbeschreibung
Schlunkendorf
1. Veranlassung:
Nach der Insolvenz des Bergbaubetreibers wurde im Kiessandtagebau Schlunkendorf die Gewinnung unplanmäßig eingestellt. Eine
ordnungsgemäße Wiedernutzbarmachung erfolgte deshalb nicht. Der Tagebau unterliegt der Aufsicht des LBGR gemäß § 69 Abs.
1 Bundesberggesetzes (BBergG). Eine erneute Wiederaufnahme der Kiesgewinnung durch den letzten Tagebaubetreiber ist nicht
zu erwarten und aufgrund der hohen Auskiesung auch für andere Betreiber nicht lukrativ.
Im Tagebau befinden sich zu steile Böschungen und illegale Abfälle aus anderen Materialien und mit höheren Grenzwerten als der
genehmigte unkontaminierte Boden bis Zuordnungswert Z1 nach Baurestmassenerlass von 1994 (ähnliche Grenzwerte wie die
Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV)). Diese müssen im Rahmen der Gefahrenabwehr und zur Herstellung der öffentlichen
Sicherheit aufgenommen und entsorgt werden. Das LBGR strebt eine Beendigung der Bergaufsicht an.
Zwischen 2019 und 2021 erfolgte unter Regie des Landkreises Potsdam-Mittelmark bereits für zwei Bereiche des Geländes
eine teilweise Aufnahme, Sortierung, Verwertung oder Entsorgung von illegalen Abfällen, in deren Ergebnis noch ein Anteil
mineralischer Abfälle in Form von Haufwerken auf der Tagebaufläche zwecks späterer Verwertung abgelagert worden sind.
12 der 31 Haufwerke sollen nun durch einen Entsorgungsfachbetrieb aufgenommen, abtransportiert und wiederverwertet oder
entsorgt werden. Für den Abtransport wird die mit der Entsorgung beauftragte Firma eine etwa 3, km lange Zuwegung zwischen
Tagebau und Bundesstraße 2 ertüchtigen, nutzen und Instand halten.
Die beschriebenen Entsorgungs- und Transportleistungen können zu einer Beeinträchtigung von Natur und Umwelt führen.
Um einen möglichst störungsfreien Bauablauf zu gewährleisten, wird eine Umweltbaubegleitung (UBB) in das Vorhaben
integriert. Diese UBB soll das LBGR in naturschutz- und umweltrechtlichen Fragen beraten. Hierzu ist durch die UBB anhand
der Gegebenheiten vor Ort das Konfliktpotential zu ermitteln. Es sollen alle umweltrelevanten Aspekte dargestellt und bewertet
werden, sodass eventuelle negative Auswirkungen auf Menschen und Natur abgewendet oder kompensiert werden. Es sind
Lösungsvorschläge zu erarbeiten und mit dem LBGR und eventuell mit dem Entsorgungsdienstleister abzustimmen. Diese werden
dann in den Bauablauf inte-griert und beeinflussen dadurch optimalerweise den Projektfortschritt so gering wie möglich ohne der
Gesetzgebung zu widersprechen.
2. Durchzuführende Arbeiten:
2.1 Umweltbaubegleitung auf dem Tagebaugelände:
Auf dem Tagebaugelände sind folgende Maßnahmen geplant, die den Natur- und Umweltschutz betreffen. Durch
optimale Wetterbedingungen kam es zu einer schnellen Sukzession, weshalb die innertagebaulichen Betriebswege und
die abzutransportierenden Haufwerke freigeschnitten werden müssen. Da bereits 2024 ein kompletter Freischnitt des
Tagebaugeländes und der darin befindlichen Betriebswege erfolgte, handelt es sich bei der aktuellen Vegetation um höchstens
zweijährige Pionierpflanzen. Vor dem Entfernen der Vegetation ist mindestens zu prüfen, ob national oder europarechtlich
geschützte Arten (wie Pflanzen- und Tierarten der Richtlinie 92/43/EWG (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) Anhang IV, sowie alle
vorkommenden Vogelarten) bzw. deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten erheblich gestört oder beeinträchtigt werden. Eine
Begehung der Tagebaufläche und angrenzender (Wald-)Flächen sollte möglichst unmittelbar vor den Freischnittarbeiten erfolgen.
Im Weiteren wird die Baustelleneinrichtung voraussichtlich auf der Tagebaufläche eingerichtet. Prädestiniert dafür ist
eine asphaltierte Fläche neben der kleinen Wald-fläche auf dem Tagebaugelände. Die von der Baufirma gewählte
Baustelleneinrichtungsfläche ist auf ihre umweltrechtliche Tauglichkeit zu prüfen.
Weiterhin ist zu überprüfen, ob sich auf dem Tagebaugelände Flächen befinden, die aus umweltrechtlicher Sicht nicht befahren
oder bearbeitet werden dürfen (sog. Bautabuflächen).
2.2 Umweltbaubegleitung für die Zuwegung zwischen Tagebau und B2:
Die gesamte Zuwegung zwischen dem Kiessandtagebau Schlunkendorf und der B2 ist zu begehen. Der Fahrbahnuntergrund
der Zuwegung ist trotz Ausbau und Ertüchtigung in der Sanierungsmaßnahme 2019-2022 teilweise inhomogen in der Wahl der
Materials (verdichteter Boden, Plattenweg, Betonschotter oder Asphaltaufbruch) und der Qualität.
Die Zufahrt auf die "alte Baustraße" muss auf etwa 50-55 Meter grundhaft ausgebaut werden. Dabei ist zu prüfen, ob es natur- und
bodenschutzrechtliche Auflagen gibt, die beachtet werden müssen.
Die noch existierende Betonplattenstraße der alten Entenfarm weist teilweise Frostaufbrüche und fehlende Abschnitte auf, die
noch zu ertüchtigen sind. Auf der gesamten Zuwegung ist das Freischneiden des Lichtraumprofils essenziell. Analog zu den
Freischnittarbeiten auf dem Tagebaugelände ist auch hier mindestens zu prüfen, ob national oder europarechtlich geschützte Arten
(wie Pflanzen- und Tierarten der Richtlinie 92/43/EWG (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) Anhang IV, sowie alle vorkommenden
Vogelarten) bzw. deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten erheblich gestört oder beeinträchtigt werden. In manchen Bereichen
wie der Kreuzung mit Ortsdurchfahrtsstraßen und der Auffahrt auf die Bundesstraße ist es notwendig, dass für ein ausreichendes
Blickfeld das Lichtraumprofil großzügiger freigeschnitten werden muss.
Auf der Zuwegung, die großteilig neben der Hochstromtrasse verläuft, befinden sich zurzeit Hindernisse bzw. Barrieren
wie Baumstubben, Betonplatten oder ähnliches, die auch naturschutzfachlich betrachtet werden sollen, wenn diese zum
Begehungszeitpunkt noch bestehen.
Laut Leistungsverzeichnis wird von 10 Begehungen vor Ort durch die Umweltbaubegleitung ausgegangen.
Bekanntmachungstext
2026/108: Direktauftrag - Umweltbaubegleitung für Tagebau und Zuwegung in
Schlunkendorf
VO: UVgO Vergabeart: Ex ante Veröffentlichung (Binnenmarktrelevanz)
Bekanntmachung
Angaben zum Auftraggeber
Bezeichnung
Kontaktstelle Feierabend
Postanschrift
Ort 03046 Cottbus
E-Mail
Art und Umfang der Leistung
1 Veranlassung:
Nach der Insolvenz des Bergbaubetreibers wurde im Kiessandtagebau Schlunkendorf die Gewinnung unplanmäßig eingestellt. Eine
ordnungsgemäße Wiedernutzbarmachung erfolgte deshalb nicht. Der Tagebau unterliegt der Aufsicht des LBGR gemäß § 69 Abs.
1 Bundesberggesetzes (BBergG). Eine erneute Wiederaufnahme der Kiesgewinnung durch den letzten Tagebaubetreiber ist nicht
zu erwarten und aufgrund der hohen Auskiesung auch für andere Betreiber nicht lukrativ.
Im Tagebau befinden sich zu steile Böschungen und illegale Abfälle aus anderen Materialien und mit höheren Grenzwerten als der
genehmigte unkontaminierte Boden bis Zuordnungswert Z1 nach Baurestmassenerlass von 1994 (ähnliche Grenzwerte wie die
Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV)). Diese müssen im Rahmen der Gefahrenabwehr und zur Herstellung der öffentlichen
Sicherheit aufgenommen und entsorgt werden. Das LBGR strebt eine Beendigung der Bergaufsicht an.
Zwischen 2019 und 2021 erfolgte unter Regie des Landkreises Potsdam-Mittelmark bereits für zwei Bereiche des Geländes
eine teilweise Aufnahme, Sortierung, Verwertung oder Entsorgung von illegalen Abfällen, in deren Ergebnis noch ein Anteil
mineralischer Abfälle in Form von Haufwerken auf der Tagebaufläche zwecks späterer Verwertung abgelagert worden sind.
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