Öffentliche Ausschreibung in Potsdam

Integriertes Quartierskonzept für die Brandenburger Vorstadt

ID: A462416526

Abruf der Vergabeunterlagen unter: bi-medien.de/text

Übersicht


Verfahrensart

Öffentliche Ausschreibung

Art der Vergabe

National

Art der Leistung

Dienstleistung

Frist

27.08.2026

Zeitraum der Ausführung

Für 12 Monate

Auftraggeber

Ausführungsort

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Leistungsbeschreibung

Integriertes Quartierskonzept für die Brandenburger Vorstadt.
1. Bedarfsbeschreibung:
Die Landeshauptstadt Potsdam (LHP) verfolgt das Ziel, die Wärmewende sozialverträglich und klimaschutzgerecht umzusetzen.
Eine wesentliche Grundlage hierfür bildet die Kommunale Wärmeplanung (KWP), deren Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung am 3. Juni 2026 erfolgte. Gegenstand des geplanten Vorhabens ist die Erstellung eines Quartierskonzeptes für den östlichen Teil der Brandenburger Vorstadt (BraVo). Der Untersuchungsraum umfasst den historischen Siedlungskern der Brandenburger Vorstadt, der durch eine geschlossene Gründerzeit- und Jugendstilbebauung geprägt ist und im allgemeinen Sprachgebrauch häufig mit der Brandenburger Vorstadt gleichgesetzt wird. Das Gebiet umfasst eine Fläche von rund 3, km² und weist etwa 8.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf.
2. Gegenstand der Ausschreibung:

Bekanntmachungstext

Ö-LText freischalten-451-172-26: Integriertes Quartierskonzept für die Brandenburger Vorstadt.
VO: UVgO Vergabeart: Öffentliche Ausschreibung. Bekanntmachung.
Zur Angebotsabgabe / Teilnahme auffordernde Stelle:
Bezeichnung Text freischaltenLandeshauptstadt Potsdam, Bereich Vergabemanagement, Postanschrift Friedrich-Ebert-Str.79/81, Ort 14469 Potsdam, TelefonText freischalten +49 331289-0, E-Mail Text freischaltenzentrale-vergabestelle@rathaus.potsdam.de, URL Text freischaltenhttps://www.potsdam.de/de.
Zuschlag erteilende Stelle die zur Angebotsabgabe / Teilnahme auffordernde Stelle.
Angebote oder Teilnahmeanträge sind einzureichen Elektronisch über diese Vergabeplattform: Text freischaltenhttps://vergabemarktplatz.brandenburg.de/VMPSatellite/notice/CXP9YCRHJB6.
Postalische Angebote oder Teilnahmeanträge sind nicht zugelassen.
Bereitstellung der Vergabeunterlagen Elektronisch über diese Vergabeplattform: Text freischaltenhttps://vergabemarktplatz.brandenburg.de/VMPSatellite/notice/CXP9YCRHJB6/documents.
Art und Umfang der Leistung:

1 Bedarfsbeschreibung:

Die Landeshauptstadt Potsdam (LHP) verfolgt das Ziel, die Wärmewende sozialverträglich und klimaschutzgerecht umzusetzen.
Eine wesentliche Grundlage hierfür bildet die Kommunale Wärmeplanung (KWP), deren Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung am 3. Juni 2026 erfolgte. Gegenstand des geplanten Vorhabens ist die Erstellung eines Quartierskonzeptes für den östlichen Teil der Brandenburger Vorstadt (BraVo). Der Untersuchungsraum umfasst den historischen Siedlungskern der Brandenburger Vorstadt, der durch eine geschlossene Gründerzeit- und Jugendstilbebauung geprägt ist und im allgemeinen Sprachgebrauch häufig mit der Brandenburger Vorstadt gleichgesetzt wird. Das Gebiet umfasst eine Fläche von rund 3,5 km² und weist etwa 8.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf.

2 Gegenstand der Ausschreibung:

Die Erstellung des Integrierten Quartierskonzeptes soll gemäß des Förderprogrammes 432 "Energetische Stadtsanierung" der
KfW erfolgen. Die Anforderungen im Merkblatt Zuschuss Nr. 432 Energetische Stadtsanierung zur Erstellung eines integrierten
Quartierskonzepts sowie die "Ergänzenden Hinweise zur Web-Anwendung gBzA Energetische Stadtsanierung" müssen
vollumfänglich durch den Auftragnehmer umgesetzt werden. Das Merkblatt Zuschuss Nr. 432 Energetische Stadtsanierunghier
sowie die Hinweise zur Web-Anwendung gBzA Energetische Stadtsanierung sind zu beachten und können als Link in der
Leistungsbeschreibung direkt abgerufen werden. Das durch den Auftragnehmer erstellte Integrierte Quartierskonzept muss zudem
insbesondere die folgenden durch die Auftraggeberin konkretisierten Mindestanforderungen des Fördermittelgebers erfüllen (siehe Checkliste zum Verwendungsnachweis [Programm 432 Variante A]. Der Link ist ebenfalls in der Leistungsbeschreibung hinterlegt.

3 Erstellung eines Quartierskonzeptes

3.2.1 Arbeitspaket 1:

Bestandsaufnahme
Im Rahmen der Bestandsaufnahme sind die energetischen, städtebaulichen, infrastrukturellen, klimatischen, verkehrlichen sowie
sozioökonomischen Ausgangsbedingungen des Untersuchungsgebiets systematisch zu erfassen, auszuwerten und zu bewerten.
Ergänzend sind Aussagen übergeordneter Planungen und Konzepte sowie die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen zu
berücksichtigen, insbesondere Masterplan 100% Klimaschutz, Kommunale Wärmeplanung, Stadtklimakarte, Umweltmonitoring,
Bebauungsplanung, Vertiefende Untersuchung zu den Anwendungsvoraussetzungen einer sozialen Erhaltungssatzung sowie
weitere Satzungen. Ziel ist die Schaffung einer belastbaren Datengrundlage für die Entwicklung von Maßnahmen, Szenarien und
Umsetzungsstrategien.
Die folgenden Daten wurden bereits im Rahmen der KWP gebäudescharf gemäß WPG ermittelt und können als GIS-Daten in den
Formaten "gdb" (ArcGIS Pro) oder "gpkg" (QGIS) bereit gestellt werden:
- Untersuchungsraum IQK
- Gebäudedatenmodelle mit folgenden Attributen
o ALKIS-Daten
o Baujahr
o gesamter Wärmebedarf in kWh
o spezifischer Wärmebedarf in kWh/m²
o Heizungsart
- Eigentümerstruktur der Gebäude
- Wärmedichten bezogen auf Straße und Baublock
- vorhandene Netze (Gas/ Wärmenetz)
- Denkmalschutz (Baudenkmal, Bereichssatzungen, UNESCO Pufferzonen)
- Zielszenario - Eignungsgebiete für die Wärmeversorgungsarten
Fehlende oder unvollständige Daten sind durch anerkannte Verfahren, typisierte Annahmen und Plausibilisierungen zu ergänzen.
Sämtliche Annahmen, Kennwerte und Methodiken sind transparent, nachvollziehbar und vor Anwendung mit der Auftraggeberin
abzustimmen. Die Verwendung sämtlicher Daten und Annahmen erfolgt während des gesamten Projektverlaufs in enger
Abstimmung mit der Auftraggeberin.
Die Analyse umfasst insbesondere:
Gebäudebestand und städtebauliche Struktur
- Gebäudealter, Typologien und Wohnhausformen
- Nutzungsstrukturen, Grundstücks- und Gebäudenutzung
- Eigentümerstrukturen (privat, institutionell, kommunal)
- Wohnraumnutzung in Bezug auf Einwohner- und Haushaltsstrukturen sowie Wohnungsgrößen, insbesondere Haushaltsgrößen
relativ zur Wohnungsgröße, soweit möglich Angaben zur Wohnfläche pro Person
- baulicher Zustand, Modernisierungs- und Instandsetzungsbedarf
- Leerstände sowie Flächenpotenziale
- baukulturelle Aspekte, insbesondere Denkmalschutz
- Prüfung auf städtebauliche Missstände (energiebezogen und darüber hinaus)
Energieversorgungsstruktur und erneuerbare Energien
- Energieversorgung für Raumwärme, Trinkwarmwasser, Strom und ggf. Straßenbeleuchtung
- Energieträger (u. a. Erdgas, Erdöl, Biomasse, Umweltwärme, Strommix)
- Wärme-, Gas-, Strom- und ggf. Abwassernetze sowie Betreiber- und Anlagenstrukturen
- Standorte und Strukturen zentraler Energieerzeugungsanlagen
- spezifischer Wärmebedarf auf Gebäude- und Blockebene
- Wärmebedarfs- und Wärmeliniendichten
- Eignung für erneuerbare Wärmequellen, insbesondere Erdwärme
- bestehende Erzeugung erneuerbarer Energien (u. a. Photovoltaik, Solarthermie) inkl. Eigenverbrauch und Einspeisung
- Analyse und Einordnung der Nah- und Fernwärmeinfrastruktur sowie möglicher Wärmenetzerweiterungen
Stadtklima, Grün- und Wasserstrukturen
- Versiegelungsgrade und Grünflächenstruktur
- Regenwasserbewirtschaftung und Entwässerungssysteme
- stadtklimatische Bedingungen (Hitze, Kaltluft, Starkregenrisiken)
Mobilität
- Kfz-Dichte und Verkehrsbelastung
- ÖPNV-Anbindung und -Qualität
- Rad- und Fußverkehrsnetz
- Parkräume
- Barrierefreiheit der Verkehrsinfrastruktur
- Modal Split
Sozioökonomische Aspekte und Beteiligung
- Analyse der Sozialverträglichkeit sowie der sozialen Struktur im Quartier unter Berücksichtigung möglicher Auswirkungen
energetischer Sanierungsmaßnahmen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.
- Analyse und Bewertung der Auswirkungen einer sozialen Erhaltungssatzung auf die Quartiersentwicklung sofern
diese beschlossen wird, insbesondere hinsichtlich des Erhalts bezahlbaren Wohnraums, der Steuerung von
Modernisierungsmaßnahmen, der Mietentwicklung sowie der Vereinbarkeit mit energetischen Sanierungs- und Klimaschutzzielen.
- Eigentümer- und Bewohnerbefragungen zur Erhebung von Sanierungsständen, Energieverbräuchen, Investitionsabsichten und
Mitwirkungsbereitschaft
Auf Grundlage der erhobenen Daten ist eine quartiersbezogene Energie- und Treibhausgasbilanz in Anlehnung an die
Bilanzierungs-Systematik-Kommmunal (BISKO) für ein definiertes Bilanzjahr zu erstellen. Diese umfasst Endenergie,
Primärenergie sowie CO2-Emissionen und ist differenziert nach Energieträgern, Sektoren, Verbrauchsarten und Handlungsfeldern
(insbesondere Raumwärme, Trinkwarmwasser, Strom, kommunale Infrastruktur sowie Mobilität).
Die Auswertung erfolgt zusätzlich nach Gebäudetypologien, Nutzungsarten und räumlichen Schwerpunkten. Die Ergebnisse
sind GIS-basiert aufzubereiten und in Karten, Tabellen und Energieflussdiagrammen darzustellen. Die Bilanz basiert auf
Verbrauchsdaten, kommunalen Daten und der kommunalen Wärmeplanung. Fehlende Daten sind methodisch fundiert zu
ergänzen. Die Ergebnisse sind nachvollziehbar zu dokumentieren, fortschreibbar aufzubereiten und als Grundlage für Szenarien,
Maßnahmenentwicklung und Monitoringkonzepte bereitzustellen.
Anforderungen an Datenbereitstellung und Dokumentation
Alle Analysen, Berechnungen und Ergebnisse sind vollständig und nachvollziehbar bereitzustellen. Dies umfasst insbesondere:
- vollständige Bereitstellung aller Rohdaten sowie Zwischenergebnisse
- detaillierte Darstellung der Berechnungen, Methodiken und Annahmen (keine reinen Endwerte)
- Übergabe aller Ergebnisse in strukturierter Tabellenform (Excel inkl. aller zugrunde liegenden Werte und Formeln, soweit möglich)
- Bereitstellung aller räumlichen Ergebnisse als GIS-Daten
o Format: Geodatenpackage "qgkg"
o Koordinatenbezugsystem (KBS): EPSG:25833 - ETRS89 / UTM zone 33N
- textliche Ausarbeitungen als bearbeitbare Dokumente (Word-Format)
- transparente und nachvollziehbare Dokumentation aller Annahmen und Rechenwege

3.2.2 Arbeitspaket 2:

Potenzialanalyse
Im Rahmen der Potenzialanalyse sind aufbauend auf der Bestandsanalyse die technischen, energetischen, klimatischen,
infrastrukturellen sowie nutzungsbezogenen Entwicklungs- und Einsparpotenziale des Untersuchungsgebiets systematisch zu
ermitteln, zu bewerten und in räumlich differenzierter Form darzustellen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung
von Szenarien, Zieldefinitionen und Maßnahmenkonzepten im Rahmen der energetischen Quartiersentwicklung.
Im Rahmen der Potenzialanalyse sind aufbauend auf der Bestandsaufnahme die technischen, energetischen, klimatischen,
infrastrukturellen sowie nutzungsbezogenen Entwicklungs- und Einsparpotenziale des Untersuchungsgebiets systematisch
zu ermitteln, zu bewerten und in räumlich differenzierter Form darzustellen. Dabei sind die Ergebnisse der kommunalen
Wärmeplanung (KWP) als wesentliche Planungsgrundlage zu berücksichtigen und - soweit vorhanden - die darin enthaltenen
Aussagen zu zukünftigen Wärmeversorgungsstrukturen und Eignungsgebieten in die Analyse und Bewertung einzubeziehen. Die
Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung von Szenarien, Zieldefinitionen und Maßnahmenkonzepten im Rahmen der
energetischen Quartiersentwicklung.
Die Potenzialanalyse erfolgt differenziert nach Gebäuden, Quartiersstrukturen und relevanten Sektoren (Wärme, Strom, Mobilität
sowie grüne und blaue Infrastruktur) und berücksichtigt sowohl technische als auch wirtschaftliche und umsetzungsbezogene
Rahmenbedingungen.
Potenziale zur Energieeinsparung und Energieeffizienz
Es sind die theoretischen und technischen Energieeinspar- und Treibhausgasreduktionspotenziale für den Gebäudebestand im
Quartier zu ermitteln. Dies umfasst insbesondere:
- Einsparpotenziale durch Maßnahmen an der Gebäudehülle (u. a. Dämmung, Fenster, Luftdichtheit) unter Berücksichtigung des
Denkmal- und ggf. Milieuschutzesschutzes
- Einsparpotenziale durch Optimierung und Modernisierung der Anlagentechnik (Heizung, Warmwasser, Lüftung)
- Einsparpotenziale durch angepasstes Nutzerverhalten der Haustechniker sowie der Bewohnerinnen und Bewohner
- sektorale Analyse nach Gebäudetypen und Baualtersklassen
- vertiefte Untersuchung von Gebäudetypologien mit besonders hohem Energieverbrauch
- Ableitung spezifischer Endenergie-, Primärenergie- und CO2-Reduktionspotenziale
Potenziale erneuerbarer Energien
Es sind die technischen Potenziale zur Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien im Quartier zu ermitteln. Dies umfasst:
- Photovoltaik- und Solarthermiepotenziale auf Dach- und Freiflächen
- Nutzung von Umweltwärme, Geothermie sowie weiteren erneuerbaren Wärmequellen
- räumlich differenzierte Darstellung der Potenziale auf Gebäude- und Quartiersebene
- Bewertung der Eigenverbrauchs- und Einspeisemöglichkeiten unter Berücksichtigung der Voraussetzungen und
Herausforderungen bei der Umsetzung von Mieterstrommodellen
- Ableitung von Ausbaupotenzialen unter Berücksichtigung der bestehenden Energieinfrastruktur
Potenziale nachhaltiger Mobilität
Es sind Einspar- und Verlagerungspotenziale durch eine klimagerechte Mobilitätsentwicklung zu ermitteln, insbesondere:
- Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität (PKW und Fahrrad)
- Optimierung und Ergänzung des Rad- und Fußwegenetzes
- Potenziale für Sharing-Angebote und multimodale Mobilitätskonzepte
- Reduktionspotenziale im motorisierten Individualverkehr
- Bewertung der Auswirkungen auf Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen
Potenziale grüner und blauer Infrastruktur
Es sind Maßnahmen- und Entwicklungspotenziale zur Verbesserung des Stadtklimas und des Wasserhaushalts zu untersuchen,
insbesondere:
- Entsiegelungspotenziale und Flächenaktivierung für Grünstrukturen
- Verbesserung der Regenwasserbewirtschaftung und Schwammstadtprinzipien
- Klimaanpassung durch Begrünung (Dach-, Fassaden- und Freiflächenbegrünung)
- Reduktion von Hitzeinseln sowie Verbesserung des Mikroklimas
- Verbesserung der Starkregenresilienz
Potenziale für die Wärmeversorgung und Wärmenetzentwicklung
Es sind Potenziale zur Entwicklung und Erweiterung klimafreundlicher Wärmeversorgungssysteme zu analysieren:
- Analyse zukünftiger Wärmebedarfe unter Berücksichtigung von Sanierungsmaßnahmen und Neubauentwicklung
- Bewertung der Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit von Nah- und Fernwärmelösungen
- Untersuchung der Anschluss- und Ausbaupotenziale bestehender Wärmenetze
- Durchführung von Eigentümer- und Akteursbefragungen zur Ermittlung der Anschlussbereitschaft
- Berücksichtigung mietrechtlicher und sozialer Rahmenbedingungen unter dem Blickwinkel zukünftiger Preisentwicklungen
(Steuern, CO2, Netzentgelde etc.)
- Identifikation von Umsetzungsrisiken sowie Entwicklung von Risikominderungsstrategien
Potenziale der koordinierten Leitungs- und Medieninfrastruktur
Es ist ein Konzept zur abgestimmten Planung und Koordination der Leitungsinfrastruktur zu entwickeln, insbesondere im
Zusammenhang mit einer möglichen Wärmenetzerweiterung:
- Integration von Strom-, Wärme-, Wasser, Abwasser, Telekommunikations- und weiteren Medienleitungen
- Koordinierung von Tiefbau- und Infrastrukturmaßnahmen zur Effizienzsteigerung
- Vermeidung von Doppelaufbrüchen und Reduzierung von Baukosten und Belastungen
Wohnraumpotenziale
Es sind Potenziale zur Aktivierung untergenutzter oder nicht optimal genutzter Wohnflächen zu identifizieren:
- Analyse von Leerständen und Mindernutzungen
- Analyse das Anteils von Senioren und der zu erwartenden demographischen Entwicklung
- Analyse des Anteils an Ein-Personen-Haushalten, insbesondere mit großen Wohnflächen
- Bewertung von Nachverdichtungs- und Umnutzungspotenzialen
- Einordnung der Potenziale im Kontext sozialer und städtebaulicher Verträglichkeit
Szenarienentwicklung, Leitbild und Zieldefinition
Auf Grundlage der ermittelten Potenziale sind Szenarien sowie ein Ziel- und Leitbild für die energetische Quartiersentwicklung zu
erarbeiten:
- Entwicklung von Szenarien für 2030 (kurzfristig), 2035 (mittelfristig) und 2045 (langfristig)
- sektorale Differenzierung (Gebäude, Energieversorgung, Mobilität, Infrastruktur)
- Ableitung quantitativer Ziele (u. a. prozentuale und absolute Energie- und THG-Reduktionen gegenüber einem definierten
Basisjahr)
- Definition von Sanierungsraten, Ausbauraten erneuerbarer Energien und Versorgungsstandards
- Berücksichtigung von Sozialverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und klimatischen Auswirkungen
- Entwicklung eines Leitbilds zur strategischen Umsetzung der Zielerreichung
Wirtschaftlichkeits- und Umsetzungsbewertung
Alle dargestellten Potenziale sind zusätzlich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Tragfähigkeit und Umsetzbarkeit zu bewerten:
- Investitions- und Betriebskostenbetrachtung auf konzeptioneller Ebene
- Bewertung von Wirtschaftlichkeit und Realisierungshemmnissen
- Identifikation von technischen, rechtlichen und sozialen Umsetzungsbarrieren
- Priorisierung der Potenziale nach Wirksamkeit und Umsetzbarkeit
Anforderungen an Datenbereitstellung und Dokumentation
Alle Analysen, Berechnungen und Ergebnisse sind vollständig und nachvollziehbar bereitzustellen. Dies umfasst insbesondere:
- vollständige Bereitstellung aller Rohdaten sowie Zwischenergebnisse
- detaillierte Darstellung der Berechnungen, Methodiken und Annahmen (keine reinen Endwerte)
- Übergabe aller Ergebnisse in strukturierter Tabellenform (Excel inkl. aller zugrunde liegenden Werte und Formeln, soweit möglich)
- Bereitstellung aller räumlichen Ergebnisse als GIS-Daten (bearbeitbare Geodatenformate)
- textliche Ausarbeitungen als bearbeitbare Dokumente (Word-Format)
- transparente und nachvollziehbare Dokumentation aller Annahmen und Rechenwege

3.2.3 Arbeitspaket 3:

Maßnahmenkatalog
Im Rahmen des Arbeitspakets Maßnahmenkatalog ist aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsanalyse, der Potenzialanalyse
sowie dem Leitbild ein strukturierter, umsetzungsorientierter Maßnahmenkatalog für die energetische und nachhaltige
Quartiersentwicklung zu erarbeiten. Der Maßnahmenkatalog bildet die Grundlage für die operative Umsetzung der definierten
Quartiersziele und dient als verbindlicher Orientierungsrahmen für Verwaltung, Fachakteure und politische Entscheidungsträger.
Der Maßnahmenkatalog umfasst eine systematische Darstellung aller relevanten Maßnahmen einschließlich Zielsetzung, Beitrag
zur Energieeinsparung und Treibhausgasreduktion sowie der technischen, organisatorischen, wirtschaftlichen und rechtlichen
Umsetzungsanforderungen. Die Maßnahmen sind handlungsfeldbezogen zu strukturieren und hinsichtlich ihrer Wirkung und
Umsetzbarkeit differenziert zu bewerten. Auf Grundlage der abgestimmten Quartiersziele erarbeitet der Auftragnehmer die
fachlichen Grundlagen, entwickelt Vorschläge zur Priorisierung der Maßnahmen und führt diese zu einem Quartierskonzept
zusammen. Die Bearbeitung der Zwischenergebnisse sowie des Entwurfs des Endergebnisses erfolgt in einem iterativen Prozess.
Die erarbeiteten Zwischenergebnisse und Entwurfsfassungen werden durch den Auftragnehmer den relevanten Fachakteuren,
zuständigen Verwaltungseinheiten sowie gegebenenfalls politischen Gremien vorgestellt und fachlich erläutert. Die daraus
resultierenden Hinweise und Rückmeldungen werden durch die Auftraggeberin bewertet. Auf dieser Grundlage entscheidet
die Auftraggeberin, welche Anpassungs- oder Ergänzungsbedarfe zu berücksichtigen sind. Der Auftragnehmer überarbeitet
die Ergebnisse entsprechend der durch die Auftraggeberin vorgegebenen Anforderungen und entwickelt diese bis zur finalen
Fassung weiter. Dieser iterative Abstimmungs-, Bewertungs- und Überarbeitungsprozess kann sich sowohl auf einzelne
Zwischenergebnisse als auch auf das abschließende Quartierskonzept beziehen. Mit der Übergabe der final abgestimmten
Fassung des Quartierskonzepts ist die Leistung des Auftragnehmers abgeschlossen. Eine abschließende politische
Beschlussfassung sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen sind nicht Bestandteil der Leistung. Ein Bestandteil ist die
Entwicklung eines zeitlich gestaffelten Entwicklungspfads zur Zielerreichung unter Berücksichtigung der Zeithorizonte 2030,
2035 und 2045. Besonders zu berücksichtigen sind kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sowie Initial- und Schlüsselprojekte mit
hoher strategischer Hebelwirkung. Diese sind hinsichtlich Umsetzbarkeit, Wirkung und Umsetzungsreife prioritär zu bewerten.
Der Maßnahmenkatalog ist in einer strukturierten und adressatengerechten Form aufzubereiten. Dies umfasst eine grafische
Darstellung, gegliedert nach Handlungsfeldern, sowie eine Visualisierung mittels Zeitachsen, Karten oder vergleichbarer
Darstellungsformen zur Verbesserung der Nachvollziehbarkeit und Anwendbarkeit.
Ergänzend ist ein Umsetzungsfahrplan zu erstellen, der die zeitliche Abfolge der Maßnahmen sowie deren Beitrag zur
Zielerreichung darstellt. Potenzielle Umsetzungshemmnisse sind zu analysieren und geeignete Lösungsansätze zu entwickeln.
Dabei sind insbesondere technische, wirtschaftliche, rechtliche, organisatorische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.
Erforderliche Anpassungsbedarfe in politischen oder regulatorischen Rahmenbedingungen sind aufzuzeigen. Darüber
hinaus sind die konkreten Mehrwerte des integrierten Quartierskonzepts für die Bürgerschaft und Stadtpolitik darzustellen
sowie geeignete Umsetzungs- und Unterstützungsstrukturen abzuleiten. Hierzu gehören die Entwicklung eines langfristigen
Aufgabenkatalogs für ein mögliches Quartiersmanagement sowie die Vorbereitung möglicher Aufgabenstellungen für vorbereitende
Untersuchungen. Zusätzlich sind relevante städtebauliche und rechtliche Instrumente hinsichtlich ihrer Bedeutung für die
Quartiersentwicklung zu bewerten. Hierzu gehören insbesondere die Auswirkungen und Anwendungsmöglichkeiten einer
Sanierungssatzung unter Berücksichtigung der lokalen Gebäudetypologien, Sanierungsbedarfe und sozialen Rahmenbedingungen
(ggf. soziale Erhaltungssatzung). Dabei sind auch die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Eigentümerinnen und Eigentümer sowie
Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere im Hinblick auf Investitionskosten, Modernisierungsumlagen, Mietentwicklung,
Betriebs- und Heizkosten sowie die langfristige Bezahlbarkeit von Wohnraum zu untersuchen. Mögliche Zielkonflikte zwischen
energetischer Sanierung, Klimaschutzzielen, Wohnraumerhalt und sozialer Verträglichkeit sind aufzuzeigen und geeignete
Handlungsansätze abzuleiten.
Vor dem Hintergrund der voraussichtlich begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen für die Umsetzung des
Konzepts sind innovative und praxisorientierte Umsetzungsinstrumente zu entwickeln bzw. vorzuschlagen. Hierzu zählen
beispielsweise digitale Werkzeuge, interaktive Berechnungshilfen, Excel-basierte Sanierungs- und Wirtschaftlichkeitsrechner,
Monitoringinstrumente, digitale Kartenanwendungen sowie praxisorientierte Leitfäden für die Sanierung und Umsetzung. Der
Maßnahmenkatalog ist einschließlich Umsetzungsfahrplan, Verantwortlichkeiten, Zeitplanung, Prioritäten, möglichen Hemmnissen
und Lösungsansätzen adressatengerecht aufzubereiten. Die Darstellung erfolgt in geeigneter Form durch Tabellen, Karten,
Zeitachsen oder vergleichbare Visualisierungen und bildet eine belastbare Grundlage für die weitere Steuerung und Umsetzung
der Quartiersentwicklung.

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